|
RIDS ist Weltmeister!
Nach einer unbeschreiblichen Zitterpartie in den Gruppenspielen schafft das Superteam 11 (Mission Possible Reloaded sowie RTEA2 aus China und Real Madrid aus Taiwan) gerade noch so den Einzug in die KO-Runden. Und ab da lassen sie sich nichts mehr nehmen: Das RIDS-Team gibt kein Spiel mehr verloren, alle Spiele gehen mit Abstand an unser Superteam - und holen so den Junior-Pokal im Soccer 2on2 ins Saarland!
Details zum genauen Verlauf der vergangenen Tage gibt es im folgenden Erlebnisbericht der Gruppe.
Japan-Erlebnisbericht von Mission Possible Reloaded
Übersicht
1.+2. Tag: Hinreise
3. Tag: Erster Schock und Reparaturen
5.+6. Tag: Gruppenspiele
7. Tag: Einzug ins Finale
8. Tag: FINALE
Sonntag, 10. Juli und Montag, 11. Juli: Hinreise
Die Hardware steht, die Koffer sind gepackt. Um 15:18 machen sich Frederic Kerber, Thomas Stahl und
Michael Rauls auf den Weg zum Frankfurter Flughafen. Die Fahrt geht mit Familie Siegers tollem Mitsubishi Bus problemlos und ohne Stau über die Bühne bis in Parkdeck P8 von Terminal 2.
Danach sofort zum Check-In, nicht ohne vorher die heiße Ware (natürlich sind nur unsere
Roboter gemeint) dem Zoll vorzuführen und das Carnet A.T.A. abstempeln zu lassen.
Nachdem das Gepäck an der richtigen Stelle abgegeben wurde, ist noch etwas Zeit für eine Tasse
Kaffee auf der Besucherterrasse des Flughafens. Philip macht sich auf den Weg zurück nach Saarlouis
und wir verschwinden durch die Passkontrolle.
Gegen 21:19 steuert Captain Joshi-Saki unsere Boeing 747-400 auf die Taxi-Lane. Ein paar
Minütchen warten und dann erheben wir uns in die Lüfte.
An Board gibt's eine ausgeklügelte Menüfolge, wir wählen natürlich das traditionelle
japanische Menü mit einem leichten Weißwein, einem Bordeaux Blanche Fleur de Lynch. Zum Essen
gibt's die japanischen Nachrichten und einen voll animierten Wetterbericht: Leider können wir in
den Tabellen die Ortsnamen nicht entziffern, aber alle zeigen ja eh das gleiche Wetter-Symbol.
Über den Wolken können wir danach ein Schläfchen halten. Die Luft ist während des ganzen Fluges
sehr ruhig, es gibt keine Turbulenzen. Kurz nach sechs Uhr werden wir mit dezent zunehmender
Beleuchtung geweckt und das Frühstück wird gereicht.
Um 8:15h setzt Captain Joshi die Boeing 747-400 butterweich auf der Rollbahn von Tokio auf.
Tokio ist unsere eigentliche Einreise nach Japan, deshalb folgen etwas aufwändigere Passkontrollen.
Auch das Carnet A.T.A. wird hier um eine weitere Seite bearbeitet... Doch hier gibt's Komplikationen,
da die entsprechenden Seiten in Saarlouis falsch ausgefüllt wurden. Der japanische Zollbeamte
ist aber sehr freundlich und hilft uns gerne weiter, korrigiert und siegelt die Seiten ab.
Nun beginnen wir die zweite Flugetappe, ein eineinhalbstündiger Inlandsflug von Tokio nach Osaka.
Wir drehen gerade dem Check-In Schlater den Rücken zu, da sehen wir am Schlater nebenan Prof. Dr. Andreas Birk und Prof. Piedro vor der Internationalen Universität Bremen einchecken... leider bei einer anderen Fluggesellschaft. Wir haben die beiden schon länger nicht mehr gesehen, wussten nur, das wir uns in Osaka treffen würden. Aus Osaka ist halt Tokio geworden ;-)
Wir gehen gemeinsam zum Boarding und bringen das vierte Screening erfolgreich hinter uns...
Um 11:25h heben wir ab - ein etwas härterer Start. Nach kurzem
Getränkeservice und einer offenen Kommandozeile auf dem Bord-Entertainment System setzten wir auch schon
zur Landung an. Das Abenteuer Japan rückt näher.
Nach der persönlichen Übergabe der empfindlichen Gepäckstücke geht's auf ins irdische Gewühle.
Nach Saarlouiser Zeit haben wir 12:30, Ortszeit ist 19:30. Draußen ist es schon dämmerig bis dunkel, man hat den Eindruck, dass die Rushhour einfach nicht abebben wolte, eben auch nicht nach 20:00. Wir testen kurz die Angebote an Verbundkarten für die U-Bahn, finden dann aber, dass eine Busfahrt bis zum zentral in Osaka gelegenen Umeda Station das günstigste ist. Dort angekommen müssen wir feststellen, dass die die Geschäftigkeit der Passanten im Vergelich zum Flughafen erheblich steigerbar ist! Die Orientierung fällt doch schwer und auf abenteuerliche Weise finden wir den Weg zu einer diese Pendler S-Bahnen. Die Züge sind fast 300m lang, zum Glück müssen wir nur zwei Stationen weiter mit unserem gesamten Gepäck auf den Schulter und in den Händen. Noch ein kleiner Fußmarsch und wir erreichen das Plaza Osaka - unser Hotel für die nächsten neun Tage. Als erstes wird die Dusche angepeilt - strongly recommended!!
Der kleine Hunger zum Abend treibt uns gegen 17:00 in das nahe gelegene Viertel mit einer
Vielzahl von Suppenküchen. Wir Testen die Küche - Prädikat: sollte man mal erlebt haben.
Das Essen hat uns sehr gut geschmeckt, es war lecker! Wir rätseln noch immer, was im einzelnen
wir auf den Tellerchen hatten... Bestellt wurde per Fingerzeig auf die Bilder ;-) Die Tage
wird weiter getestet. Auch einen ganz tollen Eindruck haben bei uns die vielen Leuchttafeln
mit schrill bunter Reklame hinterlassen.
Jetzt sitzen wir noch ein wenig in der Lounge des Hotels, denn hier lassen sich einfach per
W-LAN die E-Mails lesen und die täglichen Berichte aktualisieren.
Bereits jetzt schon mal eine gute Nacht, denn hier ist es schon nach Mitternacht und bald gibt's ein leckeres Frühstück!
Dienstag, 12. Juli: Erster Schock und Reparaturen
Nachdem wir es uns gestern abend in der Hotel-Lobby gemütlich gemacht hatten, gingen wir zurück auf unser
Zimmer, um uns auszuruhen. Zunächst wollten wir uns noch etwas einrichten und vor allem auch die Roboter
auspacken. Nachdem ein paar Stromversorgungen gelegt waren und das Werkzeug bereitlag, ging es an die Koffer
mit den Robotern. Zunächst schien alles in Ordnung, der erste Roboter sah aus wie immer. Beim zweiten
Roboter gab es Risse in der Plexiglasplatte und ein Stück war abgesplittert, eigentlich nichts Schlimmes.
Gerade wollten wir ihn zur Seite stellen als unsere Blicke auf die unteren Ebenen fielen. Was wir da
vorfanden, verschlug uns die Sprache, aber seht selbst:
links: deformierter Roboter, rechts: so sollte er aussehen
eingedrückte Seite des Roboters
Nachdem der erste Schock überwunden war, versuchten wir herauszufinden, wie der Schaden entstanden sein
könnte, fanden aber keine eindeutige Lösung. Die Roboter waren bestens mit Verpackungsmaterial geschützt,
der Transportkoffer äußerlich unbeschädigt...
Die folgenden Stunden wurden hauptsächlich dazu verwendet, den defekten Roboter komplett in seine
Einzelteile zu zerlegen und so eine spätere Reparatur zu ermöglichen.
Daneben wurde weiter programmiert, um den Zeitplan wenigstens im Groben einhalten zu können.
Die endgültige Reparatur des Roboters wollten wir lieber auf den nächsten Tag verschieben, da es
mittlerweile schon nach vier Uhr nachts war.
Wir programmierten noch bis etwa halb acht weiter, um uns dann bei einem reichhaltigen Frühstücks-Buffet
im Hotel etwas zu entspannen. Danach entschlossen wir uns, doch etwas zu schlafen, damit wir fitt sind,
den Rest des Tages zu überstehen. Nach dem Mittagsschlaf bis 14 Uhr haben wir dann das Hotel etwas
erkundet und so u.a. den Golfplatz auf dem Dach, das Schwimmbad und zahlreiche Restaurants gefunden.
Ebenfalls erwähnen sollte man den sogenannten Running Course, ein rundumlaufender Balkon um das
komplette Hotel herum, der von vielen als Laufstrecke zum Fitness-Training verwendet wird.
Weiter ging es dann mit der Reparatur des Roboters und dem Fertigstellen des ersten Abschnitts der
Programmierung. Beides verlief eigentlich erfolgreich und wir gehen davon aus, dass sich der Roboter
vollständig reparieren lässt.
Mittlerweile ist es 20:15 Ortszeit und wir gehen gleich zum Essen. Danach wird dann wohl noch etwas an
der Programmlogik des Fußballprogramms gefeilt - allerdings haben wir uns mal vorgenommen, dass wir uns
den lokalen Schlafzeiten anpassen wollen ;-)
Morgen früh geht es dann erstmal zum Osaka-INTEX, dem Wettbewerbsort.
Dort werden dann unsere Roboter auf Regelkonformität geprüft - doch dazu morgen mehr.
Donnerstag, 14. Juli und Freitag, 15. Juli: Gruppenspiele
Nachdem die Spielpläne bekannt gegeben wurden, stand fest: Es wird in sogenannten Superteams gespielt, d.h. alle Teams werden in Dreiergrüppchen zusammengefasst und diese müssen ab sofort miteinander für den Sieg kämpfen - denn alles Spielergebnisse werden summiert und nur die Gruppenleistung zählt noch.
Über die Schönheit dieser Lösung mit der großen Zahl an teilnehmenden Teams zurechtzukommen, lässt sich sicherlich streiten. Denn wenn ein gutes Team schlechte Mitstreiter hat, ist der Traum vom Weiterkommen sofort zunichte gemacht - wie es in unserer Gruppe der Mannschaft China15 passiert ist: Mit einer Ausnahme wurden alle Spiele - meist mit großem Vorsprung - gewonnen, trotzdem muss die Mannschaft nach der ersten Runde aus dem Turnier aussteigen.
Das Wort "gewinnen" hatten die Saarländer von RIDS wohl nach dem ersten Turniertag schon aus ihrem Wortschatz gestrichen. Vier Spiele mussten bestritten werden, alle vier wurden verloren. Da half auch eine hervorragende Leistung der Mitspieler von RTEA2 (China) im Superteam 11 nichts: Zwar konnten diese in all ihre Spielen glänzen, allerdings bewahrte das die Gruppe nicht vor dem letzten Tabellenplatz nach diesem ersten Spieltag.
Am Tag darauf aber gelang es den Robbies dann endlich zum ersten Mal, mehr Tore zu schießen als der Gegner: Nachdem endlich bemerkt wurde, dass der Kompass noch nicht auf die lokalen Verhältnisse abgestimmt war, sondern noch mit der Saarlouis-Konfiguration zu arbeiten versuchte, wurde er schnell kalibriert. Und sofort dominierten die Omnis das Spiel: Das letzte Gruppenspiel ging mit 9:0 an uns! Allerdings schien dieses Aufbäumen ein letztes zu sein, denn am Ende des Tages zeigte die Tabelle noch immer das Superteam 11 auf dem letzten Platz - und es stand nur noch ein Spiel pro Mannschaft für den kommenden Tag aus...
Samstag, 16. Juli: Einzug ins Finale
Die Strategie für den Samstag war klar: Nur über die Tordifferenz wird es möglich sein, überhaupt eine Chance auf's Weiterkommen zu haben. Und das schaffte das Superteam 11 um Mission Possible Reloaded: Mit 6:5 (RTEA2, Japan), 8:3 (Mission Possible Reloaded, RIDS) und 5:0 (Real Madrid, Taiwan) gelang der Gruppe hauchdünn der Einzug ins Viertelfinale!
Von da an ging es dann Schlag auf Schlag: Eine Stunde nach Ende des letzten Gruppenspiels stand Frederic Kerber mit den Omni-Robots bereits am Viertelfinaltisch - und verhalf dem Superteam 11 mit einem Unentschieden und zwei Siegen weiter zur Halbfinalteilnahme.
Und auch da lief alles rund! Drei Siege der Gruppe um Spielleiter Frederic Kerber waren wichtiger Bestandteil des 19:7-Siegs über das Superteam 6. Damit war der Einzug ins Finale perfekt - und morgen geht's um die Wurst ;-) Gegner wird das Superteam 4 sein, das aus Mannschaften aus Finnland, Japan und Iran besteht. Parallel dazu steht der einstige Gruppengegner (Superteam 9) von RIDS im kleinen Finale, in dem das Spiel um Platz 3 ausgetragen wird - was von der Stärke der Gruppe zeugt, mit der sich Mission Possible Reloaded von Anfang an messen musste.
An dieser Stelle lasst euch aus Deutschland gesagt sein: Klasse gemacht Jungs, das ganze so rumzubiegen war einfach nur genial, und viiiiiiiiiel Glück für das morgige Finale!!! Und natürlich jetzt schon einen riesen Dank an die Mitstreiter in unserem Superteam, die in der Anfangsphase unsere Niederlagen durch super Ergebnisse wettmachten!
Sonntag, 17. Juli: FINALE
Es ist vollbracht! Die Dreiergruppe bestehend aus dem RIDS-Team Mission Possible Reloaded, Real Madrid aus Taiwan und RTEA2 aus China schießt ihr Superteam ins Finale - und gewinnt so souverän, dass schon nach 6 Spielen 5 Siege zu verbuchen waren und der Weltmeister vorzeitig feststand!
Pressemeldung im Heise Newsticker
Pressemeldung bei spektrumdirekt
Bilder >zur
gallery
|
Übersicht

Osaka/Japan
13. - 19. Juli 2005: Mission Possible Reloaded erringt in Japan die Weltmeisterschaft! mehr..

Paderborn/Germany
9. - 11. April 2005: Mission Possible Reloaded erreicht Qualifikation für WM! mehr..

Paderborn/Germany
1. - 4. April 2004: Zum ersten mal nehmen mehrere Teams des MPG mit Legokits am RoboCup Junior teil! mehr..

Paderborn/Germany
10. - 13. April 2003: Diesmal mit 2 Teams dabei...der vierte Platz für unser neues Junior-Team! mehr..

Japan/Fukuoka
19. - 25. Juni 2002: Intensive Vorbereitungen und Kooperation mit lokalen Firmen -
RIDS beim 6. RoboCup

Saarbrücken/Darstadt
Drei Projektteams beim 37. Landeswettbewerb Jugend Forscht!
* Optical Navigation
* autonome Systeme
* Omni Drive mehr..

Seattle/USA
4. - 10. August 2001: Erfolge beim 5. RoboCup - Drei RIDS Teams sichern sich dritten und vierten Platz! mehr..

Paderborn/Germany
8. - 10. Juni 2001: Der erste Wettbewerb für die vier RIDS Teams! mehr..

TWG Dillingen (Saar)
14. Dezember 2000: Prof. Dr. Andreas Birk, Dr. Holger Kenn und Dr. Oliver Kohlbacher stellen die Initiative Roboter in der Schule, kurz RIDS, vor.
|